PRAXIS FÜR CHINESISCHE MEDIZIN
MARTINA BUZZI
Bahnhofplatz 5
8400 Winterthur
079 540 32 05
martinandreabuzzi@gmail.com
ZUR PERSON
Die Chinesische Medizin war meine Erstausbildung, die ich an der Heilpraktikerschule Luzern absolvierte und durch Weiterbildungen in Psychosomatik und Psychoanalyse ergänzte. Daneben bin ich ausgebildete Komponistin in Elektroakustischer Komposition und bin auch weiterhin in diesem Feld tätig.PRAXIS DER CHINESISCHEN MEDIZIN
Die von mir praktizierte therapeutische Praxis knüpft an folgende Betrachtungsweisen an, wobei die persönliche Lebens- und Krankheitsgeschichte einen erweiterten Bezugsrahmen darstellt in dem Beschwerden analysiert und ihre Ursachen herausgearbeitet werden.All dies bildet dann die Grundlage für die gemeinsame Gestaltung der Behandlung.
BEHANDLUNG UND ABLAUF
Die Erstbehandlung dauert 90 Minuten und umfasst die ausführliche Anamnese, die chinesisch-medizinische Diagnostik und die erste Behandlung.Frequenz und Dauer der weiteren Behandlungen werden anhand des Befundes und des Behandlungsverlaufs gemeinsam festgelegt.
Stundenansatz: CHF 130.–
Die Behandlungen werden über Zusatzversicherungen für Komplementärmedizin anteilsmässig vergütet. Umfang und Höhe der Kostenübernahme richten sich nach Versicherung und individueller Police. Ich empfehle daher, die konkrete Kostenübernahme vor Behandlungsbeginn bei der Krankenkasse abzuklären.
Ich arbeite freitags und samstags in der Bahnhof-Praxis in Winterthur.
Termine können per WhatsApp oder E-Mail vereinbart werden.
METHODEN
AkupunkturGua Sha
Schröpfen
Chinesische Phytotherapie
Diätetik
ANWENDUNGSGEBIETE
Schmerzen und Beschwerden des BewegungsapparatesMigräne und Kopfschmerzen
Schlafstörungen
Verdauungsbeschwerden
Stress und Erschöpfung
gynäkologischen Beschwerden
Beschwerden während Menstruation und Wechseljahren
Allergien
NOTIZEN ZUR CHINESISCHEN MEDIZIN
In der chinesischen Medizin, die man auch als „Medizin der systematischen Entsprechungen“ bezeichnet, werden körperliche und psychische Erscheinungen untereinander wie mit äußeren Bedingungen in Beziehung gesetzt und nach wiederkehrenden Prinzipien geordnet. Zu ihren Konzepten gehören Yin und Yang, die Fünf Wandlungsphasen, die Funktionsbereiche der Organe, die Leitbahnen und die Zirkulation des Qi. Krankheit lässt sich in ihr als zeitlicher Verlauf bestimmter Veränderungen dieser Zusammenhänge auffassen.Die Vorstellung systematischer Entsprechungen bildete sich in den Jahrhunderten unmittelbar vor und zu Beginn der Han-Zeit heraus, als sich zwischen dem dritten und dem ersten vorchristlichen Jahrhundert das Weltbild eines Teils der gebildeten Schicht wandelte. Naturereignisse, die man bis dahin ausschließlich aus dem Wirken von Göttern, Dämonen und Ahnen erklärt hatte, wurden nun als Erscheinungen einer Welt begriffen, die regelhaften, dem Menschen prinzipiell erkennbaren Gesetzmäßigkeiten folgt. Aus diesem Naturverständnis ging eine Medizin hervor, die Gesundheit, Kranksein und Therapie in jene Gesetzmäßigkeiten einordnete und deren grundlegende theoretische Texte seit dem ersten vorchristlichen Jahrhundert in dem Schriftencorpus zusammengeführt wurden, das später unter dem Titel Huang Di Neijing überliefert ist.¹ In dieser Entwicklung begegnen zwei Denkstile, deren Verbindung die chinesische Medizin über Jahrhunderte geprägt hat.
Den ersten nennt der Medizinhistoriker Paul U. Unschuld ontisch. Krankheit geht in diesem Denkstil auf einen konkreten Verursacher zurück, auf ein Übel, das von außen in den Körper eindringt, sich dort festsetzt und ausbreitet und das lokalisiert, vertrieben, ausgeleitet oder vernichtet werden muss. Waren solche krankmachenden Wesen in den älteren Vorstellungen Dämonen oder Geister, so traten mit dem Übergang zu einer an Naturgesetzen orientierten Welterklärung Wind, Kälte, Hitze, Feuchtigkeit und andere Einflüsse an ihre Stelle, an denen die Struktur eines real gedachten, von außen kommenden Agens erhalten blieb.²
Der zweite Denkstil, die Medizin der systematischen Entsprechungen, geht von der Vorstellung aus, dass sich die zahllosen Dinge und Erscheinungen der Welt einer begrenzten Zahl von Kategorien zuordnen lassen, zwischen denen gesetzmäßige Beziehungen bestehen. Natur, Gesellschaft und Organismus werden in ihr als Ordnungen aufgefasst, in denen die einzelnen Erscheinungen über Entsprechungen aufeinander bezogen sind. Wer die Gesetze kennt, nach denen die Erscheinungen einander hervorbringen, begrenzen und verändern, kann voraussagen und eingreifen, indem er sein Verhalten und seine therapeutischen Maßnahmen danach ausrichtet.³ Der ontische Denkstil blieb in diesem Modell wirksam, indem das in den Körper eindringende „Übel“ einen Platz in der systematischen Ordnung erhielt. Krankheit ließ sich zugleich als Wirkung eines pathogenen Agens und als Störung der regelhaften Beziehungen des Organismus auffassen. Aus dieser Verbindung erklärt sich, warum Begriffe des Angriffs, der Abwehr, des Eindringens und Vertreibens in einer Medizin fortbestanden, deren Grundstruktur systematisch-funktional angelegt ist.⁴
Medizinische Vorstellungen vom Körper entstehen nach Unschuld in einem umfassenderen kulturellen Horizont. Ein Körpermodell setzt ein Modell voraus, anhand dessen sich einzelne Beobachtungen zu einer plausiblen Ordnung verbinden lassen. Seine Überzeugungskraft beruht auf der Übereinstimmung mit Erfahrungen der Lebenswelt, mit tatsächlichen oder erwünschten gesellschaftlichen Verhältnissen und mit dem jeweils verfügbaren Wissen über den Körper.⁵ Ob sich ein medizinisches Modell historisch durchsetzt, hängt wesentlich von seiner Plausibilität ab.⁶ Die Medizin der systematischen Entsprechungen fand ein solches Modell in der politischen und administrativen Neuordnung Chinas. Die Reichseinigung unter dem ersten Kaiser der Qin-Dynastie hatte 221 v. Chr. einen zentral verwalteten Einheitsstaat geschaffen, in dem zuvor getrennte Herrschaftsgebiete einem gemeinsamen politischen Zentrum unterstanden und ein Netz von Straßen und Wasserwegen die Regionen verband, auf dem Menschen, Güter, Informationen und Befehle zirkulierten.⁷ Eine vergleichbare Ordnung zeigt sich in den folgenden Jahrhunderten im medizinischen Bild des Körpers, das zuvor einzeln bekannte Bereiche und Organe zu einem Organismus zusammenfasste, dessen Teile in geregelter wechselseitiger Abhängigkeit stehen. Den Kern dieser Ordnung bilden die fünf Speicher (zang) und die sechs Paläste (fu). Ein System von Leitbahnen (jing luo), das den Organismus durchzieht, verbindet dessen Bereiche und ermöglicht die Zirkulation, wie Straßen und Wasserwege es im geeinten Reich taten.⁸ Dass die Analogie bis in die Terminologie reicht, zeigt das Schriftzeichen 治, zhi, das sowohl das Ordnen und Regieren eines Gemeinwesens als auch das therapeutische Behandeln bezeichnet. Politische und körperliche Ordnung verlangen gleichermaßen, dass geregelte Beziehungen, Verbindungen und Bewegungen in einem gegliederten Ganzen aufrechterhalten werden, und erscheinen insofern als verwandte Aufgaben.⁹ Für die theoretische Ordnung dieser Zusammenhänge waren vor allem die Yin-Yang-Lehre und die Lehre der Fünf Wandlungsphasen maßgebend. Die Yin-Yang-Lehre ordnet Dinge und Erscheinungen zwei aufeinander bezogenen Kategorien zu. Oben und unten, innen und außen, Ruhe und Bewegung, Kälte und Wärme, Dunkelheit und Helligkeit erhalten ihren Stellenwert aus der Beziehung zum Gegenpol, und jede einzelne Erscheinung lässt sich in einem umfassenden Zusammenhang bestimmen. Die Kategorien, deren Beziehung zueinander sich fortlaufend ändert, bezeichnen zugleich Verhältnisse und Prozesse.¹⁰
Nach der Lehre der Fünf Wandlungsphasen gehören die Dinge und Erscheinungen der Welt zu den Kategorien Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser, zwischen denen geregelte Folgen des Hervorbringens und Überwindens bestehen. Eine Erscheinung bezieht ihre Bedeutung aus ihrer Stellung in diesen Zuordnungen und Folgen, und Veränderungen werden als Veränderungen der Beziehungen beschrieben.¹¹
Mit beiden Lehren standen Verfahren bereit, die Erscheinungen zu systematisieren und ihre gegenseitige Beeinflussung zu erklären, indem Jahreszeiten, Himmelsrichtungen, klimatische Einflüsse, Farben, Geschmäcker, Organe und körperliche Vorgänge einander zugeordnet und in eine gemeinsame Ordnung gebracht wurden.¹²
Eine zentrale Stellung hat in dieser Ordnung der Begriff Qi, mit dem ein feiner, beweglicher Stoff oder Hauch bezeichnet wird, dessen Zirkulation Vorgänge innerhalb und außerhalb des menschlichen Körpers verbindet. Qi bewegt sich in den Leitbahnen, steigt auf und ab, tritt ein und aus und durchläuft den Organismus in geregelten Bewegungen.¹³ Der Kreislauf versorgt die verschiedenen Bereiche des Organismus und verbindet sie miteinander.¹⁴ Unter pathologischen Bedingungen kann Qi stocken, seine Bewegungsrichtung ändern oder in einzelnen Bereichen unzureichend oder übermäßig vorhanden sein. Hier wirkt auch der ontische Denkstil fort, demzufolge ein äußeres Übel in einen disponierten Körper eindringen, sich dort festsetzen und im weiteren Verlauf von einem funktionalen Bereich auf andere übergreifen kann.¹⁵ Kranksein erscheint damit als zeitlich verlaufende Veränderung im Gefüge des Organismus. Mit Ätiologie sind die Bedingungen gemeint, unter denen eine Störung ihren Ausgang nimmt, mit Pathogenese der Weg, auf dem sie sich im Organismus entwickelt, verlagert und verändert. Der aktuelle Befund entspricht einem Zeitpunkt in diesem Verlauf, und daher legt die Benennung einer Erkrankung die therapeutische Maßnahme noch kaum fest. Zwei Personen mit vergleichbarer manifester Erkrankung können unterschiedlich zu behandeln sein, wenn Ätiologie und Pathogenese bei ihnen voneinander abweichen, wie umgekehrt eine gemeinsame Ausgangsstörung im Verlauf unterschiedliche manifeste Beschwerden hervorbringen kann.¹⁶ Diagnostisch ist zu rekonstruieren, welche Funktionsbereiche betroffen sind, wie die einzelnen Zeichen zueinander stehen, welche Bewegungsrichtung der Prozess genommen hat und unter welchen Bedingungen er sich so entwickeln konnte.¹⁷ Nach dieser Einordnung richtet sich die Behandlung, wie Unschuld am Beispiel zweier Patienten mit einer Erkrankung der Leber erläutert, die je nach Ursprung ihrer Störung verschieden therapiert werden müssen.¹⁸
Literatur
- Paul U. Unschuld: Chinese Medicine, Brookline, MA: Paradigm Publications, 1998; deutsches Original: Chinesische Medizin, München: C.H. Beck, 1997, 2. Aufl. 2003, S. 8.
- Ebd., S. 9 f.
- Ebd., S. 13 ff.
- Ebd., S. 19, 24, 30.
- Paul U. Unschuld: What Is Medicine? Western and Eastern Approaches to Healing, Berkeley/Los Angeles/London: University of California Press, 2009, S. xiii.
- Ebd.; vgl. Unschuld, Chinese Medicine, S. 85.
- Unschuld, Chinese Medicine, S. 20.
- Ebd., S. 20 f.
- Ebd., S. 23.
- Ebd., S. 13 ff.
- Ebd., S. 15 ff.
- Ebd., S. 17.
- Ebd., S. 18.
- Ebd., S. 18.
- Ebd., S. 22 ff.
- Ebd., S. 24.
- Ebd., S. 121 f.
- Ebd., S. 18